Wo man zuletzt guckt

Für all die, die auch mal in die Lage kommen, nach einer Fahrt mit geliehenem Auto in eine andere Stadt und kurz vor Rückreiseantritt den Verlust des zugehörigen Schlüssels feststellen zu müssen, diesen auch nach hektischem Abklappern sämtlicher betretener Wege, Geschäfte und Cafés nicht wieder auffinden zu können, einer Reihe von Mitfahrern daher ihren Transport absagen zu müssen, und sich statt dessen selbst nach einer eiligen und evtl. überteuerten alternativen Reisemöglichkeit umzutun…

Für die, die sich danach zurück in der Heimatstadt unter vielen hochnotpeinlichen und kopfroten Entschuldigungen von den Autobesitzern den Ersatzschlüssel aushändigen lassen, die eigene Vertrauenswürdigkeit trotz deutlicher Selbstzweifel beteuernd; die sich schließlich von hilfsbereiten Freunden, die glücklicherweise ohnehin gerade in jener anderen Stadt zu tun haben, wo also das abgeschlossene Auto nach wie vor rumsteht, den Hintern retten lassen, indem sie einem den Rücktransport abnehmen und somit die nochmalige Hin- und Rückreise ersparen…

Für diejenigen, die dann von ebenjenen Freunden nach erfolgreicher Rückführung des geliehenen Autos zutiefst dankbar den letzten verbliebenen und damit im Wert massiv gestiegenen Schlüssel entgegennehmen, um das Auto nun also endlich und mit beachtlicher Verspätung den im Übermaß vertrauensseligen Besitzern und Verleihern wieder zuzuführen… Für die, die nach einer kurzen eingeschobenen Stippvisite im Supermarkt fünf Minuten später dann vor besagtem Auto stehen und SCHON WIEDER fassungslos und endgültig an der eigenen Lebensfähigkeit zweifelnd sämtliche Taschen ohne Ergebnis nach dem Autoschlüssel durchkramen – mithin für all meine Herzens-, Seelen- und Problemerzeugungsbrüder und -schwestern – sei hier die schmerzhaft erworbene und astrein lebenswichtige Erkenntnis vermeldet, dass nämlich (auch wenn andere Geschichten Gegenteiliges nahelegen möchten) DAS wirklich ein bisschen zu viel der Pechsträhnigkeit ist. Und dass, wenn man dann vor Verzweiflung heulend noch ein bisschen weiter wühlt, die Wahrscheinlichkeit durchaus signifikant und über die 50%-Marke steigt, nach nicht allzu langer Zeit auf ein Loch im Innenfutter der Jacke, Handtasche oder anderem einschlägigen Behältnis zu stoßen, durch das dann ziemlich sicher nicht nur BEIDE Autoschlüssel, sondern auch diverses Kleingeld, Haarklammern und lange vermisste USB-Sticks mit wichtigen Daten wieder auftauchen. Und das ist doch tröstlich zu wissen.

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